Jahresrückblick 2010

auf meine Aktivitäten als Referent und Autor der Fairconomy

Liebe Freundinnen und Freunde der Fairconomy,
wir befinden uns im Jahr nach der Finanzkrise und es ist beeindruckend, wie vielen Gesprächspartnern bewusst ist, dass wir uns tatsächlich vor der nächsten Finanzkrise befinden. Unser instabiles Geld ist die Ursache für eine desolate Gesellschaft. Darüber braucht man nicht mehr viele Worte zu verlieren. Die Erklärung, dass der Zinsmechanismus wiederum die Ursache für die Instabilität des Geldes ist, wird allgemein schnell verstanden. Was uns in der Auseinandersetzung noch fehlt, ist der Zusammenhang, dass ein umlaufgesichertes Geld zu einem Zinsniveau um Null führen kann und damit das exponentielle Anwachsen von Geldvermögen und Schulden bald der Vergangenheit angehört. Die Wirkungsweise der Umlaufsicherung wird außerhalb der INWO (teilweise auch innerhalb der INWO) nicht verstanden oder schlichtweg ignoriert. Für das kommende Jahr ist es meines Erachtens von Bedeutung, die Funktionsweise der Umlaufgebühr sowohl einfach, als auch wissenschaftlich fundiert zu formulieren. Im nächsten Schritt wird es darum gehen, diesen für unser Währungssystem unerlässlichen Mechanismus zu bewerben.

Publikationen

Einen Schritt in die Öffentlichkeit machte unser Anliegen mit meiner Internetveröffentlichung „Mit Negativzinsen gegen die Deflation“ www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33272/1.html auf dem Nachrichtenportal Telepolis, sowie mit dem Handelsblatt-Artikel, auf den ich Bezug nehme. Gegenstand ist die Forderung des Zürich-Korrespondenten Torsten Riecke nach „negativen Strafzinsen auf die Guthaben der Finanzhäuser“. Über 200 Kommentare haben sich auf der Internetseite auf meinen Artikel bezogen. Eine weitere Veröffentlichung, auf die ich stolz bin, heißt „Grenzenloser Reichtum und Grenzen der Freiheit“ und ist in dem Band „Freiheit – Interdisziplinäre Betrachtungen“ im Hirzel Verlag Stuttgart (2010) erschienen. Das Buch ist eine Publikation des MinD-Hochschul-Netzwerkes, herausgegeben von Anna Seemüller, Tanja Gabriele Baudson und Martin Dresler. Vielleicht wird er im Frühjahr in der Fairconomy oder der Humanen Wirtschaft nachgedruckt.

Tagesseminare

Im Auftrag der INWO habe ich 2010 weitere 8 Tagesseminare organisiert und abgehalten. 130 Teilnehmer mit unterschiedlichem Hintergrund haben sich einen Tag lang intensiv mit unseren Ideen auseinandergesetzt und konnten als Interessenten für den INWO-Adressenpool gewonnen werden.

Vertiefungsseminar & Kampagnenvorbereitung

Eines der Seminare war ein Vertiefungsseminar dem ein intensives Arbeitsgruppentreffen voraus ging. Ergebnis dieser Treffen sind konkret ausformulierte Forderungen an die Notenbank. Sie sollen ab 2011 Kern einer Kampagne werden mit dem Titel: „Eine stabile Währung ist möglich!“ Mit dieser Kampagne möchte ich konkrete Unterstützer anwerben.

Vorträge

Zwei Veranstaltungen, zu denen ich eingeladen war, möchte ich hervorheben: Das Treffen der Memorandum Gruppe und die Werkstattwoche “Wirtschaft anders denken” an der Rudolf-Steiner Schule Ismaning.
Auf Initiative von Erich Lange gelang es der INWO, bei einem Arbeitwochenende zur Erstellung des Alternativen Wirtschaftsgutachtens 2011, unseren Ansatz vorzutragen. Die Resonanz unter den ca. 60 Wissenschaftlern war gemischt. Der Kontakt wird aber sicherlich vertieft werden. Bei der Werkstattwoche in Ismaning stand die Geldreform mindestens gleichberechtigt neben Ideen wie dem Grundeinkommen und anderen Ansätzen. Die Resonanz auf unsere Vorschläge war sehr ermutigend.

Interne und externe Kommunikation

Bis zum Herbst habe ich, zusammen mit Tobias Schütze, für die INWO einige Newsletter erstellt. Darüber hinaus habe ich an den Aktiventreffen teilgenommen und das Herbsttreffen, in Rücksprache mit Jörg Schreiner, vorbereitet und durchgeführt.

Ausblick

Die Bildungsarbeit der INWO steht mit ihrer Zeitschrift, dem Internetaktivitäten und dem Seminarangebot auf einem belastbaren Fundament. Dringend intensiviert werden müssen die Bereiche Kontaktpflege, Lobbyarbeit und die Kommentierung der aktuellen Geldpolitik. Viel Potential steckt auch in einer Qualifizierung der Mitgliederbetreuung. Diese ist mit den derzeit rein ehrenamtlichen Strukturen nicht gerade expansiv ausgerichtet. Vielleicht ist es mir möglich, nach meiner Elternzeit, die mich derzeit bindet, in diesen Feldern wieder aktiver zu werden.

In jedem Fall werde ich meine Idee einer Kampagne für die Geldreform weiter verfolgen und Unterstützer gewinnen. Meine Vision ist, dass überall, wo man sich über Geld und Schulden Gedanken macht, die Umlaufsicherungsgebühr als mögliche Maßnahme mit diskutiert wird. In fünf Jahren sollte das geschafft sein.

„Glück auf!“ für 2011 wünscht
ihr Klaus Willemsen
Fairconomy Büro